Quelle: NWZ vom 06.10.2015

Anlieger fürchten mehr Verkehr

Bürger wehren sich gegen Ausbau von Schulstraße und Sandweg von Thomas Husmann

Sandweg und Schulstraße seien Ausweichstrecken, hieß es. Notfalls solle geklagt werden.

OSTERNBURG - Eine Verschlechterung der Wohnqualität befürchten die Anlieger der Schulstraße und des Sandwegs, wenn diese Straßen, wie von der Stadtverwaltung geplant, saniert und ausgebaut werden (die NWZ berichtete). Das Interesse an den Planungen ist ungebrochen: Rund 50 Personen kamen zur jüngsten Bürgerversammlung ins Gemeindehaus "Arche" am Steenkenweg.

Die Verschlechterung der Wohnqualität sei durch die zu erwartende starke Verkehrszunahme bedingt, hieß es. Bereits jetzt werde der Sandweg als Schleichweg zur Autobahnauffahrt Osternburg benutzt. Sandweg und Schulstraße seien zudem verkehrlich stark belastet, seitdem sich wegen des Güterverkehrs von und zum Jade-Weser-Port die Schrankenschließzeiten an der Stedinger Straße erheblich verlängert hätten. Gleiches gelte im Übrigen auch für die Bremer Heerstraße. Sandweg und Schulstraße seien Ausweichstrecken. Ein weiteres Anwachsen des Durchgangsverkehrs befürchten die Anlieger durch das Neubaugebiet am Osthafen.

"Besonders sauer stieß den Teilnehmern der Versammlung auf, dass sie den Ausbau auch noch mit fünfstelligen Beträgen selbst finanzieren müssen", teilte die Initiative mit. Rund ein Drittel der niedersächsischen Kommunen erhebe keine Straßenausbaubeiträge, ebenso wenig Berlin, München und die Kommunen Baden-Württembergs, heißt es. Es sei an der Zeit, dass auch in Oldenburg die Politik über andere Möglichkeiten der Straßenausbaufinanzierung nachdenke, "die niemanden in den Ruin treiben". Andere Straßen wie beispielsweise der Kavallerieweg seien in der Vergangenheit deutlich schonender saniert worden. Zudem zweifeln die Anwohner, dass die am Sandweg stehenden alten Bäume einen Ausbau, wie ihn die Stadtverwaltung plant, überleben würden.

Die Initiative prüft nun, sich Vereinen anzuschließen, die gegen die Straßenausbaubeiträge kämpfen und notfalls auch Rechtsschutz gewähren, wenn gegen die Pläne der Stadt geklagt werden sollte.