Quelle: NWZ vom 11.01.2013

Große Koalition gegen Step 2025

Info-Veranstaltung der SPD - CDU will Grünflächen erhalten

. . . von Patrick Buck und Anna Maria Weiss

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Bild: Patrick Buck
Infoabend der SPD-Ortsvereine Mitte-Süd und Süd: Elke Wicherts, Leiterin des Stadtplanungsamtes, stellte in Kreyenbrück das Stadtentwicklungsprogramm Step 2015 vor.

Die Leiterin des Stadtplanungsamts beantwortete Fragen. Die CDU lehnt eine verdichtete Bebauung ab.

KREYENBRÜCK/EVERSTEN - Es klingt für viele vor allem noch nach Zukunftsmusik: das Stadtentwicklungsprogramm Step 2025. In SPD und CDU regt sich immer mehr Widerstand gegen Teile des Programms. Um darüber zu informieren und offene Fragen zu klären, hatten die SPD-Ortsvereine Süd und Mitte-Süd die Leiterin des Stadtplanungsamtes Elke Wicherts eingeladen.

Beispielhaft nannte sie einige Impulsquartiere, welche die Chance hätten, "für die Stadt etwas zu leisten". Dazu gehören zum Beispiel Bahnhofsviertel, Hafenquartier und der sogenannte Weiße Campus rund ums Klinikum.

Letzteres Beispiel zeigte allerdings auch, dass es bei Step 2025 bislang nur um Strategien geht, nicht um die konkrete Umsetzung. "Der Weiße Campus ist noch eine Black Box", so Wicherts. Wie sich dieser genau entwickelt, und welche Rolle das ehemalige AEG-Gelände dabei spielt, diese Fragen können derzeit allenfalls mit Ideen beantwortet werden.

Deutlich macht Wicherts, dass das Programm von Haus aus Konflikte in sich birgt. Ein Beispiel sei der sogenannte Huntebogen, der im Step 2025 in die landschaftliche (Norden), die urbane (Hafen) und die Freizeithunte (Süden) unterteilt wird. Dabei geht es dann zum Beispiel um die Frage Regattastrecke versus Landschaftsschutz.

Die Fragen der Zuhörer richteten sich vor allem danach, ob und wie das Programm aktuelle Probleme in ihren Stadtteilen lösen kann.
Sie verwiesen zum Beispiel auf die aktuelle Diskussion zur verdichteten Bebauung am Sandweg (NWZ berichtete).

Auch Wicherts sieht diese kritisch. Step 2025 sieht für diesen Bereich vor, die Möglichkeiten des Flächennutzungsplans nicht auszuschöpfen und zum Beispiel auf eine weitere Parallelstraße zu verzichten. Verdichtung solle es nur punktuell geben.

Auch die CDU-Fraktion will bauliche Verdichtung nicht um jeden Preis, wie Landtagskandidatin Esther Niewerth-Baumann deutlich macht. So lehne ihre Fraktion zum Beispiel die Planung einer Bebauung des Landschaftsschutzgebiets an der Hausbäkeniederung ab und unterstütze die Kritik des Bürgervereins Eversten am Stadtentwicklungsprogramm. "Wir brauchen in Oldenburg auch in Zukunft genügend Grünflächen für Erholung", sagt Niewerth-Baumann.

Oberstes Ziel der Wohnungsbaupolitik müsse es sein, genügend und bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Oldenburg ist von Baugebieten für Ein- und Zweifamilienhäuser beziehungsweise von Reihenhäusern geprägt.

Die Schaffung solcher Baugebiete habe den Anforderungen der Vergangenheit genügt. Der demografische Wandel erfordere allerdings neue Rahmenbedingungen. Aufgrund der gestiegenen Wohnraumnachfrage setze sich die CDU für eine behutsame Nachverdichtung ein. Änderungen müssten mit Stadt- und Landschaftsbild und der Nachbarschaft vereinbar sein, so die Politikerin.