Quelle: MOX vom 18.06.2015

Erschöpfte Brücken Land informiert im Verkehrsausschuss über Neubau der Autobahnbrücke Alexanderstraße

Seit Anfang des Jahres steht fest, dass die Brücke der Autobahn 293 über die Alexanderstraße abgerissen werden muss. Welche verkehrlichen Auswirkungen kommen hier auf die Stadt zu? Die niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr stellte ihre diesbezüglichen Pläne den Mitgliedern des Verkehrsausschusses am 15. Juni vor. Ebenfalls auf der Tagesordnung, der Ausbau der Schulstraße und des Sandweges sowie die Parksituation an der Fahrradstraße Haarenufer.
. . .von Christoph Kienemann

Von maroden Brücken aus den sechziger und siebziger Jahren hört man inzwischen fast täglich. Die Autobahnbrücke über die Alexanderstraße in Bürgerfelde ist derweil nicht marode, sie ist erschöpft. Bei der letzten Brückenprüfung, so berichtet Joachim Delfs von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, bekam das Bauwerk die Note 2,5, das war befriedigend. Warum ist also dennoch ein Neubau notwendig? Die Brücke ist schlicht nicht mehr auf die Belastungen des Verkehrs im 21. Jahrhundert ausgelegt. Insbesondere der immer stärker werdende Schwerlastverkehr, die neuen Gigaliner und die Überladung herkömmlicher LKW stellen die Infrastruktur vor große Probleme. In den letzten Monaten erarbeitete die Landebehörde ein Gutachten über die verkehrlichen Auswirkungen des notwendigen Abrisses auf den Stadtverkehr in Oldenburg. Sollte man beide Brückenteile gleichzeitig abreissen oder dies in zwei Schritten tun? Die zweite Variante scheint zumindest die verkehrstechnisch günstigere zu sein, hier könnte der Verkehr auf der Autobahn über die verbliebene Brückenhälfte fließen und es würde zu keinen komplizierten Umleitungen kommen. "Dafür müssten dann jedoch weitere Beschränkungen des Schwerlast- und LKW-Verkehrs auf der Brücke eingerichtet werden", so Delfs. Eine erste Schätzung der Kosten seitens der Behörde geht davon aus, dass der Neubau ca. 3 Millionen Euro kosten werde und eine Bauzeit von 2 Jahren in Anspruch nehme. Delfs rechnet mit einem Baubeginn im Jahr 2016.
Unbefriedigend bleibt hingegen weiter die Situation an der Fahrradstraße Haarenufer. Eigentlich sollten die Radler hier Vorfahrt haben, dennoch kommt es anscheinend regelmäßig zu Konflikten mit Autofahrern. Problematisch sind hier die parkenden Autos am Straßenrand und der Hol- und Bringdienst zur Cäcilienschule, durch die die Fahrbahn teilweise sehr verengt wird. So müssen Fahrräder auf den Gehweg ausweichen, wenn ihnen ein Auto entgegen kommt oder es kommt an den Engstellen zu Konflikten zwischen entgegenkommenden Fahrradfahrern. "Eigentlich ist dies so keine echte Fahrradstraße", so Heinrich Book vom ADFC. Für Abhilfe soll nun eine Neugruppierung der PKW-Stellplätze sorgen, nur noch 2 PKWs sollen hintereinander Parken, anstatt der bisherigen 4 oder 5.

Konfliktpotenzial gab es derweil wieder einmal zwischen Anwohnern und Verwaltung beim Thema Straßenausbau.
Der Wunsch der Verwaltung, die Schulstraße und den Sandweg auszubauen, stößt bei den Anwohnern auf wenig Gegenliebe. Hier reicht eine Sanierung, so die Meinung der Bürgerinitiative Sandweg. Die Stadt will aber nicht weiter flicken, sondern eine Straße, die eine dauerhafte Verbesserung darstellt. Hans Henning Adler (Linke) verwies auf einen Ratsbeschluss zum Ausbau ab Mühlenweg, den sollte die Verwaltung umsetzen.

Kritik aus der Bürgerschaft gab es auch am Umgang der Verwaltung mit historischen Straßenbelägen in der Stadt. In der Werbachstraße möchte die Stadt das Kopfsteinpflaster durch einen modernen Straßenbelag ersetzen, Anwohner und CDU möchten es erhalten. Dies würde jedoch erhebliche Mehrkosten bedeuten und die Straße stehe nicht unter Denkmalschutz, wie Stadtbaurätin Nießen anmerkte. Das Pflaster wird wohl weichen müssen.