Quelle: NWZ vom 18.08.2015

Kosten auf Anlieger abgewälzt

Der Sandweg in Osternburg/Drielake soll ausgebaut werden. Viele Anlieger fürchten nicht nur die hohen Kosten, sondern auch, dass die Straße zur Rennstrecke wird.

NWZ_18.08.2015_1.jpg

Bild: Marc Geschonke

Die Stadt Oldenburg gehört zu den Kommunen, die (noch) Straßenausbaubeiträge von Anwohnern erhebt und diese durch deren enorme Höhe bei Luxusausbauten, die keiner will, in den Ruin treibt. Hauptsache, die Kommune bekommt eine schöne neue Straße und der Bürger zahlt. Ein Lehrbeispiel ist hierfür der geplante Ausbau des Sandweges in Osternburg/Drielake. Noch eine schön begrünte Straße mit altem Baumbestand, sieht die Planung der Stadtverwaltung eine Entlastungsstraße für die Bremer Heerstraße mit dem Charakter eines Autobahnzubringers vor. Aufgrund der Bodenverhältnisse ist ein Bodenaustausch erforderlich. (...) Dies dürfte kaum einer der alten Bäume überleben. Auch soll der Sandweg eine durchgehende Vorfahrtsstraße werden, wodurch die Beibehaltung der 30 km/h-Begrenzung fraglich wird. Außerdem soll die Tonnagebegrenzung von zur Zeit fünf Tonnen aufgehoben werden. (...) Und diese schöne neue Welt sollen die Anwohner auch noch selbst bezahlen. Bei einem grob geschätzten Beitrag von 20 Euro? pro m² kommen bei einem 1?000 m² großen Grundstück schnell 25?000 Euro € und mehr zusammen. Viele Anwohner des Sandweges sind Rentner mit kleinem Einkommen, die sich mühsam ihr Haus als Alterssicherung erarbeitet haben. Wo sollen diese so viel Geld herbekommen? (...) Wegen der geplanten weiteren Bebauung des Viertels reicht der vorhandene Abwasserkanal nicht mehr aus. Er muss erneuert werden. Dazu muss die Fahrbahn aufgerissen und wieder hergerichtet werden. (...) Dabei drängt sich der Verdacht auf, dass der Straßenausbau dazu dienen soll, auch diese Kosten auf die (jetzigen) Anlieger abzuwälzen. (...)

Jürgen Sanders
Oldenburg