. Sandweg - Sanierung


Quelle: NWZ vom 18.11.2019


Bürger befürchten Laster-Verkehr im Sandweg

Der Verkehrsausschuss beschäftigt sich an diesem Montag mit einem Dauerthema. Die Bürgerinitiative hat Fragen.


von Lars Ruhsam


Sandweg
Bild: Martin Remmers



OLDENBURG - Dem Verkehrsausschuss liegt für die Sitzung an diesem Montag (17 Uhr, Technisches Rathaus) ein Beschlussvorschlag zum Sandweg vor. Erarbeitet hat das Papier die Arbeitsgruppe aus Politik, Bürgerinitiative (BI), Verwaltung, OOWV und VWG. Einziger Haken: Die Bürgerinitiative hat dem Vorschlag noch nicht zugestimmt.

„Wir nehmen den Vorschlag zur Kenntnis, wollen ihn aber innerhalb der Initiative und mit den Anliegern erst beraten”, sagt BI-Sprecher Peter Stutz. Er sei daher überrascht, dass der Ausbau auf der Tagesordnung stehe.

„Die Darstellung der BI trifft zu”, sagt Stadt-Pressesprecher Reinhard Schenke. Allerdings gehe die Stadt davon aus, dass auf Grundlage der Gespräche in der Arbeitsgruppe ein Ergebnis erreicht werden könne, das einen Ausbau möglich mache. Für Peter Stutz geht der Vorschlag hinter das zurück, was die Bürgerinitiative fordere. „Auch hinter die Forderungen der Politik”, betont er.

Vorgesehen ist ein Ausbau des 1250 Meter lange Teilabschnitts des Sandwegs zwischen Müllersweg und der Bushaltestelle „Drielake”. Geplant ist eine sechs Meter breite Fahrbahn mit einem 2,40 Meter breiten einseitigen Gehweg. Tempo 30 soll entlang der gesamten Strecke gelten, Kreuzungen mit einer Rechts-vor-Links-Regelung werden farblich markiert, um sie deutlich zu machen.

Fahrbahn-Einengungen sollen gleich zwei Effekte haben. Bäume können so erhalten bleiben. Gleichzeitig haben die Einengungen eine verkehrsberuhigende, weil geschwindigkeitsreduzierende Wirkung. Die Breite von sechs Metern ist laut Verwaltung nötig, damit sich Lkws und Busse begegnen können.

Für Peter Stutz fehlen in der Planung zentrale Forderungen der Bürgerinitiative. „Ganz wesentlich sind die fehlenden Kreissegmentschwellen. Wir wollen nicht den Schwerlastverkehr für Anlieferungen verhindern, aber der Sandweg soll nicht zu einer Renn- und Ausweichstrecke für Lkws werden”, sagt Stutz. Diese Schwellen würden den Verkehr nicht ausbremsen, die Fahrer wohl aber daran erinnern, dass er entsprechend langsam fahre.

Auch der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) solle nicht gestoppt werden. „Wir wünschen uns ÖPNV. Aber die Straße soll nicht so ausgebaut sein, dass Busse, und Lkws durchrauschen können.” Warum es nicht möglich sei, auf der Fahrbahn Tempo-30-Piktogramme aufzubringen, erschließe sich nicht.

Dass der Sandweg aufgrund des schlechten Zustands und des eingeschränkt tragfähigen Untergrunds ausgebaut werden muss, ist unstrittig. Über das „wie” gab es unterschiedliche Ansichten. Anwohner befürchten, dass die ohnehin schon belastete Straße nach dem Ausbau unter weiteren Verkehren leidet oder als Ausweichstrecke für die Bremer Heerstraße genutzt wird.

Der Ausbau der Bremer Heerstraße wird voraussichtlich 2021 abgeschlossen sein. Erst danach, also frühestens 2022, wird mit dem Abschnitt des Sandwegs begonnen – sofern die Politik den entsprechenden Beschluss fasst. Eine Vertagung scheint nicht ausgeschlossen. Eine detaillierte Bauplanung will die Verwaltung 2021 erstellen. Aufgrund des Umfangs wird der Ausbau in zwei oder drei Bauabschnitte unterteilt. Der Moorboden muss komplett ausgetauscht werden. Rund 2,4 Millionen Euro sind für den Ausbau veranschlagt. „Bis dahin wird die Verkehrssicherheit wie bisher durch punktuelle Ausbesserungsarbeiten erhalten”, sagt Reinhard Schenke.