Quelle: NWZ vom 22.04.2015

Ausbau des Sandwegs gestoppt

Anlieger befürworten Beginn der Arbeiten im hinteren Bereich
. . . von Thomas Husmann

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Bild: Marc Geschonke

Endstation: Nach dem Willen der Anlieger soll hier mit der Sanierung des Sandwegs begonnen werden.

Die Bürgerinitiative hat 650 Unterschriften gesammelt. Der Baubeginn verzögert sich.

OSTERNBURG - Der Ausbau des Sandwegs in Osternburg ist vorerst gestoppt. Der Verkehrsausschuss beschloss in seiner Sitzung am Montagabend einstimmig, die Wünsche und Belange der Anlieger bei der Planung zu berücksichtigen. Die Sanierungsarbeiten sollen im hinteren Bereich der Straße ab dem Buswendeplatz beginnen. Zudem soll der Durchgangsverkehr durch bauliche Maßnahmen erschwert werden.

Zuvor hatte Tiefbauamtsleiter Johann de Buhr einen Forderungskatalog der zahlreich erschienen Anlieger beantwortet. Aus Sicht der Stadtverwaltung sei eine Fünf-Tonnen-Beschränkung nach dem Ausbau der Straße nicht sinnvoll, weil auf ihr auch 40-Tonner fahren könnten. Gegen eine Rechts-vor-Links-Regelung spreche, dass auf dem Sandweg VWG-Buslinien verkehren, die vor jeder Einmündung abbremsen müssten. Eine Aufpflasterung verbietet sich nach Meinung von de Buhr, weil die Stadt damit schlechte Erfahrungen im Sodenstich in Eversten gemacht hat. Beim Überfahren der künstlichen Hindernisse entstünden Erschütterungen und Lärmemissionen. Beim Ausbau der Straße sollen die Bäume weitgehend geschützt werden, trat de Buhr Befürchtungen der Anlieger entgegen, dass zahlreiche Eichen gefällt werden müssten. Der Charakter der Straße solle erhalten bleiben, die Fahrbahn werde aber auf 5,35 Meter verengt.

Die Bürgerinitiative, die 650 Unterschriften gegen den Ausbau gesammelt hat, hält eine Sanierung der Schulstraße und des Sandweges für völlig ausreichend (die NWZ berichtete). Zudem sei ein Bürgersteig vorhanden. "Gefährliche Straßen gibt es auch woanders", sagte Günter Holst, Sprecher der Bürgerinitiative.

Die Stadtverwaltung sieht demgegenüber einen Ausbaubedarf, konterte Verkehrsdezernentin Gabriele Nießen. Zudem wies sie den Verdacht, die Straße zu einer Autobahnzufahrt ausbauen zu wollen, als Unterstellung zurück. Gleichwohl sei die Stadt verpflichtet, ihr Kapital, und dazu gehörten die Straßen, "in Schuss" zu halten. Verkehrsamtsleiter Bernd Müller warnte davor, im Haushalt die Mittel für die Instandhaltung der Straßen zu erhöhen und gleichzeitig die Projekte, wie zuvor am Hörneweg geschehen, zu verschieben. Der Ausschuss mochte dieser Argumentation nicht folgen.