Quelle: NWZ vom 28.01.2017


GROSSBAUSTELLEN IN OLDENBURG

Hier passiert bald einiges


von Thomas Husmann


Bild: MedienGrafikSchmiede
Viele Baustellen: In den Stadtteilen arbeiten der Oldenburgisch Ostfriesische Wasserverband und die Stadt an zahlreichen Projekten.

Der OOWV saniert die Kanalisation und baut neue Leitungen, die Stadt repariert marode Straßen und auch die Erschließung des Fliegerhorstes beginnt: In Oldenburg wird es in nächster Zeit viele Großbaustellen geben.

Ein Überblick:

ALEXANDERSFELD - Reinhard Hövel vom Oldenburgisch Ostfriesischen Wasserverband liebt offenbar die Natur. Wohl auch deshalb stellt er die Renaturierung eines Abschnitts der (noch) verrohrten Ofenerdieker Bäke auf dem Fliegerhorst im Bereich des Mittelwegs ganz nach vorne bei der Präsentation der Bauvorhaben des Verbandes in diesem Jahr.

BAUVORHABEN IN OLDENBURG


    Verkehrsrelevante Bauvorhaben:
  • Alexanderstraße/BAB-Anschlussstelle/Bürgerfelde, Erneuerung der BAB- Brücke ab März
  • Edewechter Landstraße: ab März Ausbau Verkehrskreisel An der Fuchsbäke, halbseitige Sperrung der Fahrbahn mit Ampelregelung
  • Hochheider Weg: Ammergaustraße bis Stargarder Weg Straßenausbauarbeiten mit Vollsperrung.
  • Dietrichsweg: Straßenausbauarbeiten mit Vollsperrung bis Vahlenhorst
  • Ofener Straße: Verbreiterung der Nebenanlagen mit halbseitiger Sperrung und Ampelregelung ab Frühjahr
    Weitere Bauten:
  • Schulstraße/Sandweg
  • Wallstraße/Mottenstraße/Waffenplatz
  • Markt mit Pflastersanierung vor dem Rathaus
  • Bremer Heerstraße
  • Dählmannsweg bis Herrenweg
  • Huntestraße
  • Baugebiet Am Bahndamm/Storchweg
  • Einmündung Kranichstraße
  • Maria- Montessori- Straße
  • Kreuzung Schützenweg/Jägerstraße

    Fahrbahnsanierungen:
  • Marschweg
  • Autobahnbrücke in Richtung Gartenstraße
  • Holler Landstraße
  • Werftstraße bis Dalbenstraße
  • Steinweg
  • Blumenstraße bis Friedensplatz
  • Ofener Straße
  • Peterstraße bis Julius- Mosen- Platz
  • Ammerländer Heerstraße
  • Abfahrt BAB Wechloy bis Posthalterweg
  • Am Strehl
  • Neusüdender Weg bis Bahnübergang
  • Großer Kuhlenweg
  • Ostlandstraße bis Hochheider Weg
  • Mühlenhofsweg
  • Clausewitzstraße bis Stresemannstraße
  • Raiffeisenstraße
  • Moslestraße bis OsterstraßePosthalterweg, partiell
  • Nadorster Straße, partiell
  • Wilhelmshavener Heerstraße
  • Triftweg bis Langenweg, partiell


Wasser zurückhalten
Denn die Renaturierung der Bäke dient einem für ihn guten Zweck. Das bald wieder in Schleifen dahinfließende Flüsschen dient der Rückhaltung von Regenwasser. Und überhaupt: Auf dem Fliegerhorst sollen noch mehr Regenrückhaltebecken gebaut werden. „Wir haben mit der Besiedelung des ehemaligen Fliegerhorstes die einmalige Chance, die Entwässerungsprobleme im Stadtnorden in den Griff zu bekommen und die Ofenerdieker Bäke und Alexanderbäke insbesondere bei starken Regenfällen zu entlasten”, sagt Hövel. Und das entschärfe dann wohl auch die Lage in der vorderen Alexanderstraße, die bei Starkregenereignissen regelmäßig unter Wasser stehe. Der Anschluss der „Baufelder” auf dem Fliegerhorst an das Kanalnetz werde den OOWV in den kommenden sieben bis acht Jahren beschäftigen, blickte Hövel in die Zukunft.

In diesem Jahr sind etwa 8,6 Millionen Euro für die Sanierung des Kanalnetzes eingeplant. Regionalleiter Jens de Boer und Sachgebietsleiter Hövel stellten die geplanten Kanalbaumaßnahmen vor. Bis 2020 sind nach derzeitiger Planung Investitionen in einer Größenordnung von rund 28 Millionen Euro vorgesehen. Auch die geplanten klassischen Kanalbaumaßnahmen tragen wie die Renaturierung der Bäke dazu bei, den Generalentwässerungsplan umzusetzen und das Kanalnetz zu modernisieren.

Ziegelhofstraße
Etwas überraschend steht auch die Ziegelhofstraße zwischen Auguststraße und Elässer Straße auf den Plänen des OOWV. Dieser Straßenabschnitt war erst im vergangenen Jahr saniert worden. Allerdings wurden da laut de Boer nur die Hausanschlüsse erneuert, nun erfolgt die Sanierung des Kanals – allerdings in einem sogenannten Schlauchline-Verfahren, für das die Straße nicht aufgerissen werden muss.

Dasselbe gilt für die Sanierung der Kanalisation auf dem Heiligengeistwall zwischen Julius-Mosen-Platz und Polizeistation. Die Arbeiten dort sollen nachts und in den Sommerferien ausgeführt werden, um den fließenden Verkehr so weit wie möglich zu entlasten. Für Aufsehen wird auch der Austausch der mehr als 100 Jahre alten Kanalisation vor dem Alten Rathaus sorgen. Die Stadt nutzt die Gelegenheit, das Granitpflaster wie auf dem Schlossplatz bereits geschehen, abzuschleifen und neu zu verlegen. In den nächsten Jahren folgen die Abschnitte Richtung Kasinoplatz und über den Marktplatz hinweg Richtung Schlosshöfe.

Fortgesetzt wird auch der Austausch der Kanalschächte in der Wehdestraße, wo anfang der Woche die Arbeiten wieder aufgenommen worden sind. Im weiteren Verlauf des Jahres wird punktuell zwischen der Maastrichter Straße und dem Stau gearbeitet. 650.000 Euro sind dort für den Einbau sogenannter Sonderbauwerke eingeplant.
Sehen Sie hier eine Übersicht der geplanten Bauprojekte (PDF-Format)
Einen großen Posten im Budget macht auch die Erschließung von größeren städtischen Baugebieten am Schramperweg/Ziegelweg in Eversten und zwischen Am Bahndamm und Storchweg in Osternburg aus.

Studie erstellt
Daneben wird in diesem Jahr beim OOWV in Oldenburg eine richtungsweisende Studie für die künftige Stadtentwässerung fertiggestellt. „Wir arbeiten derzeit an einem geologischen 3D- Untergrundmodell”, berichtete Hövel: „Auf diese Weise können die Bodenverhältnisse unterhalb der Stadt sehr realitätsnah abgebildet werden.” Eine Modellierung in dieser Detailschärfe ist nach seinen Worten bundesweit einzigartig. „Darin sind 5000 Bohrprofile des Stadtgebiets eingeflossen”, sagte der Sachgebietsleiter. Das Modell soll dabei helfen, einen detaillierten Überblick über die Möglichkeiten der Regenwasserversickerung zu gewinnen. Angesichts der zunehmenden Flächenversiegelung in der Stadt Oldenburg (pro Jahr laut Hövel die eineinhalbfache Fläche des Schlossgartens) sei es möglich, die vorhandenen Entwässerungssysteme über den Weg der Regenwasserversickerung zu entlasten. Realisierbar sei dies mit Hilfe von Dränrohren oder Kiesrigolen sowie über begrünte Entwässerungsmulden, erklärte Hövel. Ziel ist es, die Kläranlage so weit wie möglich zu entlasten. Auch dort wird kräftig investiert. Geplant ist der Bau einen neuen Faulturms.