Quelle: NWZ vom 10.09.2016

Bäume unter Schutz gestellt

Elf Stieleichen am Sandweg Thema im Ausschuss

von Thomas Husmann


Bild: Thomas Husmann
Viel los am Sandweg: Der Umweltausschuss hat sich mit den Bäumen beschäftigt.

OSTERNBURG - Gehen Bauinteressen vor Umweltinteressen?
Diese Frage warf Sandweg-Anliegerin Gabriele Schneider in der Sitzung des Umweltausschusses am Donnerstagabend im Alten Rathaus auf. Ihr und weiteren Anwohnern liegen die alten Eichen sehr am Herzen, die sie durch die rege Bautätigkeit am Sandweg und die geplante Sanierung der Straße bedroht sehen.

Den Vorwurf wies Umweltdezernentin Gabriele Nießen weit von sich. Die Bäume werden zum Schutz in den Bebauungsplänen „als zu erhaltend” festgelegt, sagte Nießen. Gleichwohl könne über die elf Eichen hinaus, die der Umweltausschuss am Donnerstag unter Schutz stellte, geredet werden.

Derzeit werden laut Nießen mehrere Bäume bzw. Baumbestände im Stadtgebiet von der unteren Naturschutzbehörde auf ihre Schutzwürdigkeit und ihren Erhaltungszustand untersucht. Im Bereich der Bremer Heerstraße und an der Falklandstraße/Saarstraße wurden in diesem Zusammenhang einzelne Bäume auch einstweilig sichergestellt. Hierüber wurde der Umweltausschuss laut Nießen in nichtöffentlicher Sitzung in Kenntnis gesetzt. Darüber hinaus sind der unteren Naturschutzbehörde kürzlich weitere Baumbestände aufgefallen, die derzeit keinem Schutzstatus unterliegen, die die Anforderungen an eine Unterschutzstellung als geschützte Landschaftsbestandteile jedoch erfüllen.

Es ist beabsichtigt, die Baumbestände in einer siebten Nachtragssatzung zur Satzung zum Schutze von Gehölzbeständen als geschützte Landschaftsbestandteile in der Stadt Oldenburg auszuweisen und das erforderliche Verfahren durchzuführen. Über die Einleitung des Verfahrens wird der Umweltausschuss entscheiden.




Pressemitteilung vom 09.09.2016 (vom Stadtrat)


Stieleichen am Sandweg werden unter Schutz gestellt

SPD Stadtmitte-Süd/Osternburg begrüßt den Beschluss des Umweltausschusses


In der Sitzung des Ausschusses für Stadtgrün und Umwelt am 08.09.2016 wurde beschlossen sieben Stieleichen am Sandweg gegenüber der Hausnummer 136 mit einem Alter von ca. 150 – 200 Jahren sowie vier Stieleichen am Sandweg gegenüber der Hausnummer 158 mit einem Alter von ca. 120 – 150 Jahren als geschützte Landschaftsbestandteile auszuweisen.
Der betroffene SPD Ortsverein Stadtmitte-Süd/Osternburg freut sich über diese Entscheidung, denn seit geraumer Zeit fordern die osternburger Sozialdemokrat*innen die Unterschutzstellung der Eichen. „In Osternburg gibt es zu wenig Stadtgrün. Durch die Straßenausbaumaßnahmen in der Bremer Heerstraße Höhe Dählmannsweg sind bereits Baumbestände betroffen. Wir müssen daher behutsam mit den ohnehin wenigen Baumbeständen im Stadtteil umgehen”, so Ratsfrau Nicole Piechotta. Der Landtagsabgeordnete und Ortsvereinsvorsitzende Ulf Prange weist in diesem Zusammenhang auf die Forderung der Anwohner*innen hin, die in zahlreichen Gesprächen an Vertreter des Ortsvereins herangetragen worden sind. „Im Zusammenhang mit dem Baumbestand im Sandweg ist auch der gesamte Straßenausbau zu bewerten. Wir, die SPD vor Ort, wollen keinen Straßenausbau im Sandweg gegen die Anwohner*innen”. Er verweist damit auch auf einen Antrag des Ortsvereins, der bereits im letzten Jahr auf einem Unterbezirks-Parteitag der SPD beschlossen wurde. Einstimmig haben die Genoss*innen dafür votiert, dass ein Ausbau des Sandwegs nicht dazu führen darf, die Verkehrsströme von der Bremer Heerstraße verstärkt auf den Sandweg zu leiten. Der Sandweg muss durch verkehrsberuhigende Maßnahmen entschleunigt werden und durch den Baumbestand seinen Charakter behalten.
In der Vergangenheit hatte die Verwaltung ihre konkreten Pläne zum Ausbau des Sandwegs auf Intervention der SPD-Ratsvertreter zurückstellen müssen. Vor allem der Widerstand der Anwohner*innen hatte deutlich gemacht hat, dass ihre Interessen bei den bisherigen Planungen nicht ausreichend berücksichtigt worden sind. „Die Wünsche und Bedürfnisse der Anlieger müssen bei Straßenausbaumaßnahmen höchste Priorität haben”, sind sich Piechotta und Prange einig.